Inhaltsverzeichnis
Einführung in die VWL
Entwicklungsökonomik
Weltwirtschaft
Agrar- und Ressourcenökonomik
Finanz- und Geldwirtschaft
Wirtschaftsethik
Nützliches

Einführung in die VWL

  • Für Neulinge in der VWL empfehlen wir folgende Einführung: Stretton, Hugh (1999): Economics. A new introduction.
  • oder auch folgende Einführung aus Sicht von Neoklassik, Keynesianismus und Politischer Ökonomie: Jäger, Johannes/ Springler, Elisabeth: Ökonomie der internationalen Entwicklung
  • ebenso: Varoufakis, Yanis (1998): Foundations of Economics - A Beginner´s Companion
  • Varoufakis, Yanis et al. (2011): Modern Political Economy

Entwicklungsökonomik

Welche Faktoren bestimmen ob sich ein Land wirtschaftlich entwickelt? Diese Frage drängt sich gerade zu auf, wenn man sich mit jüngerer Wirtschaftsgeschichte beschäftigt: Relativ erfolgreiche Länder wie z.B. die sogenannten Tigerstaaten, Indien und China haben (sehr) hohe Wachstumsraten verzeichnet und Millionen Menschen konnten sich in diesen Ländern aus der absoluten Armut befreien. Andere Länder, vor allem in Subsahara-Afrika, stagnieren wirtschaftlich oder machten sogar Rückschritte (gemessen an traditionellen wirtschaftlichen Indikatoren wie BIP pro Kopf aber auch an sozialen Indikatoren wie der durchschnittlichen Lebenserwartung).
Die heutige Entwicklungsökonomik erklärt diese Unterschiede hauptsächlich mit 3 verschiedenen Faktoren:
  1. Ökonomische und Politische Institutionen (Werden Eigentumsrechte vom Staat garantiert und durchgesetzt?, Wie hoch ist die Korruption?, Wie viele Tage dauert es ein Unternehmen anzumelden?, Gibt es eine freie Presse?, etc.)
  2. Geographie und Krankheitsökologie (Hat das Land einen Zugang zum Meer?, Behindern Gebirge einen Infrastrukturausbau? Kommen klimaabhängige Krankheiten wie Malaria vor?, etc.)
  3. Kultur (Wie stark vertrauen sich die Menschen gegenseitig? Wie hoch ist die Kooperationsbereitschaft?, Welche Religionen sind vorherrschend?, etc.)

Während unter Ökonomen weitgehend Einigkeit darüber besteht, dass ökonomische und politische Institutionen zumindest eine gewisse Rolle spielen, sind die anderen beiden Faktoren umstrittener. Ein bekannter Vertreter von Geographie und Krankheitsökologie als wichtige Faktoren ist Jeffrey D. Sachs, während für David S. Landes Kultur der wichtigste Faktor ist. Neben der Perspektive der Ökonomik bereichern die Sichtweisen anderer Wissenschaftsdisziplinen (z.B. Soziologie, Ethnologie, Anthropologie, Politikwissenschaft) das Verständnis von Entwicklung.
Unabhängig von der Frage, welche Faktoren Entwicklung ermöglichen, muss man sich klar machen, was man unter Entwicklung versteht. Das oben genannte China hat unbestritten in der Armutsbekämpfung enorme Fortschritte gemacht. Diese werden allerdings u.a. durch massive Umweltvermutzungen und Menschenrechtsverletzungen relativiert. Eine gute Orientierung, was man unter Entwicklung verstehen kann, bieten die relativ breit aufgestellten Millennium Development Goals (MDGs) der UN.


Aktuelle Ökonomische Perspektiven:
  • Banerjee, Abhijit V. und Esther Duflo (2011) - Poor Economics: A Radical Rethinking of the Way to Fight Global Poverty (Hier ein Artikel über das Buch und die Arbeit der Autoren und ein Interview mit ihnen). Die beiden Autoren erläutern anhand von vielen Beispielen, was man mithilfe von kontrollierten statistischen Experimenten (ähnlich derer, die in der Medizin mit Placebos und echten Wirkstoffen gemacht werden) über Entwicklungszusammenarbeit lernen kann.
  • Collier, Paul (2008) - Die unterste Milliarde. Warum die ärmsten Länder scheitern und was man dagegen tun kann. Die ärmsten Länder scheitern laut Collier hauptsächlich weil sie sich in einer der folgenden Entwicklungsfallen befinden: 1. Konflikte (Bürgerkriege, Kriege, etc.), 2. Rohstoffe (diese wirken paradoxer weise oft Entwicklungshemmend), 3. Kein Meerzugang und umgeben von armen Nachbarländern (dies erschwert Handel), 4. Schlechte Regierungsführung in einem kleinen Land (Investoren meiden kleine Länder eher, da die politischen Risiken dort generell höher eingeschätzt werden). Die folgenden Lösungsmöglichkeiten werden nach der Erläuterung der Entwicklungsfallen vorgestellt: 1. Entwicklungsagenturen sollten sich auf besonders schwierige Umgebungen konzentrieren um den ärmsten Menschen zu helfen, 2. Um demokratische Regierungen vor Coups zu schützen sollten angemessene Militäroperationen durchgeführt werden, 3.Internationale Vereinbarungen sollten gute Regierungsführung fördern, 4. Die Handelspolitik sollte die Exporte der ärmsten Länder bevorzugt behandeln.
  • Sachs, Jeffrey D. (2005) - Das Ende der Armut: Ein ökonomisches Programm für eine gerechtere Welt. Sachs stellt in seinem Werk die Wichtigkeit von monetären Armutsfallen (Individuelle Armut beeinflusst beispielsweise durch Mangelernährung die Leistungsfähigkeit eines Menschen, was wiederum verhindert, dass die Armut überwunden werden kann). Außerdem werden geographische und krankheitsökologische Aspekte betont. Sachs hält eine massive Erhöhung der Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit für eine wichtige Vorraussetzung für die Überwindung der Armut.
  • Easterly, William (2006) - Wir retten die Welt zu Tode
  • Moyo, Dambisa (2011) - Dead Aid: Why Aid Is Not Working and How There Is Another Way for Africa
  • Sachs, Wolfgang (1993): Wie im Westen so auf Erden. Ein polemisches Buch zur Entwicklungspolitik


Anthropologische Perspektive:

Dependenztheorien:

Internet:

Literatur und Datenbanken:


Weltwirtschaft

  • Rodrik, Dani (2011): Das Globalisierungsparadox (Entwurf eines Weltwirtschaftsmodelles mit stärkerer Rolle der Nationalstaaten)

Literatur und Datenbanken:

Global
  • UNCTADStat - Umfassende und intuitive Datenbank aller relevanten ökonomischer Indikatoren, Daten auf verschiedenen Ebenen abrufbar (global, regional, national)
  • UNCTAD publications - Zusammenstellung von Veröffentlichen zu handelsspezifischen Themen
  • UNdata - Datenbank der Vereinten Nationen mit einer Vielzahl sozio-ökonomischer Daten (Kriminalität, Energie, Bildung, Umwelt, Gender, Gesundheit, Wirtschaft, etc. pp.)
  • World dataBank - Umfassende Datenbank der Weltbank mit einer Vielzahl sozioökonomischer Inidikatoren auf verschiedenen Ebenen
  • Worlbank Publications - kostenloser Zugriff auf eine Vielzahl von Weltbankpublikationen
  • IMF Data and Statistics - Datenbank des Internationalen Währungsfonds mit Fokus auf Währungs-, Preisniveau- und Finanzspazifischem. Besonders geeignet für die Ausgabe von Grafiken (Achtung: teilweise kostenpflichtig)
  • Hamburgisches WeltWirtschafts Institut - Publikationen nach Forschungsart und Themenfeldern geordnet
  • eurostat - Statistischer Service der Europäischen Kommission mit hautpsächlich ökonomischen Indikatoren für den EU-27-Raum. Interessant u.a. für Recherche zu Staatshaushalten
  • United Nations University (UNU) bietet unter "Research & Policy Briefs" und "Academic Articles" u.a. auch Studien zu ökonomischen Themen
  • Datenbank und Publikationsliste von Social Watch mit einer Vielzahl entwicklungsökonomischer Daten
  • UNdata - Datenbank der Vereinten Nationen mit einer Vielzahl sozio-ökonomischer Daten (Kriminalität, Energie, Bildung, Umwelt, Gender, Gesundheit, Wirtschaft, etc. pp.)
  • The World Top Income Database - Datenbank zu Spitzeneinkommen in derzeit rund 30 Ländern
  • Gapminder Unter "Gapminder World" findet man sinnvoll animierte Graphen die jeweils 2 Indikatoren aus verschiedenen Bereichen (Ökonomie, Gesellschaft, Umwelt, Gesundheit, etc) miteinander in Verbindung setzen. Auch ein graphischer Ländervergleich im Zeitverlauf ist möglich. Unter "Data" kann man aber auch die Daten direkt einsehen.
  • Publikationsarchiv Ökologisches Wirtschaften
  • Metropolis-Verlag - generell sehr empfehlenswerte Literatur
  • Literaturliste der britischen new economics foundation zu alternativen Wirtschaftskonzepten
  • Index Mundi bietet höchst detallierte länderspezifische Informationen zu Commodities, Handel und allg. Fakten
  • Zusammen mit der WTO und der UNCTAD bietet das International Trade Centre ausführlichstes Datenmaterial zu Export und Handel mit Schwerpunkt auf Entwicklungs- und Schwellenländer
  • Publikationsliste der Friedrich-Ebert-Stiftung nach Themen und Ländern geordnet
  • Publikationsliste des German Institute of Global and Area Studies (GIGA) - Besonders geeignet für Recherche von Regionalstudien
  • Blätter für deutsche und internationale Politik- renomierte Autoren (Crouch, Klein, Altvater, Mahnkopf, Jackson) liefern "kritische Kommentare, Analysen und Alternativen jenseits technokratischer Sachzwänge und neoliberaler Alternativlosigkeit"

Lateinamerika
  • Oxford-Datenbank zu ökonomischen Indikatoren Lateinamerikas ab 1900
  • CEPAL - UN-Kommission für Wirtschaft in Lateinamerika mit umfassender Datenbank sozio-ökonomischer Daten
  • Publikationsliste von CEPAL mit wissenschaftlichen Artikeln, statistischen Jahrbüchern und Zeitschriften
  • Datenbank und Publikationsliste der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB), englisch und spanisch. Forschung und Daten zu Mikro- & Markoökonomik, Handel, Governance, Finance, Armut. Sehr gut strukturiert!
  • Nueva Sociedad - Politikwissenschaftliches Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) für Lateinamerika
  • CLACSO - Lateinamerikanischer Rat der Sozialwissenschaften, viele Beiträge aus dem Spektrum der kritischen Theorie
  • Suchmaschine für wissenschaftliche Literatur auf Spanisch
  • Übersicht zu spanischsprachigen Presse weltweit
  • Länderspezifische Sammlung von Links zu verschiedenen gesellschaftlichen Teilbereichen

Asien

Deutschland


Agrar- und Ressourcenökonomik

Literatur und Datenbanken:


Finanz- und Geldwirtschaft

Das aktuelle Geld- & Finanzsystem - Versuche einer heterodoxen Erklärung

Diese Seite soll auf heterodoxe Erklärungsansätze zum aktuellen Finanzsystem aufmerksam machen, um die aktuelle Systemkrise in ihren Wurzeln verstehen und wirksame Vorschläge zum Wandel zu einem nachhaltigen Finanzsystem beurteilen bzw. liefern zu können.

1. Privates Finanz- und Geldsystem - Einführung



2. Modern Monetary Theory - eine akademische Beschreibung der Funktionsweise des aktuellen Geld-/Finanzsystems

Kurz der Kontext: MMT ist ein zeitgenössisches Element des Chartalismus, welcher eine deskriptive ökonomische Theorie/Strömung ist, der seit den 20ern v.a. im englischsprachigen Raum existiert. Es geht rein um das Erfassen und Erklären der Realität weniger, um das Aufstellen eines neuen Systems, neuer Regeln, Empfehlungen o.ä.. Zentral ist bei der MMT vor allem das Erfassen von vertikalen (Regierung-Privat) Interaktionen der beteiligten Akteure.

  • Billy Blog- von Prof. Bill Mitchell, Professor aus Australien am Zentrum für Vollbeschäftigung und Gerechtigkeit- knackige Analyse und Kritik des finanz-/wirtschaftspolitischen Tagesgeschehen, mit ausführlicher Sektion über MMT
  • Interview mit Bill Mitchell Zusammenfassung der wesentlichen Punkte der MMT und Einbettung in den aktuellen Kontext der Finanzsystemkrise
  • Zusammenfassung Wikipedia- Artikel Chartalism
  • Understanding MMT- Cullen Roche, ausführliche und übersichtliche Erklärung und Einbettung der MMT auf Englisch manchmal leider mit etwas amerikanischem Aufklärerpopulismus
  • Ausführlicher Artikel zur MMT der Washington Post und Bloomberg
  • Dr. Stephanie Kelton: Modern Money Theory Explained

3. weitere (Literatur-)hinweise


Alternativvorschläge:


Wirtschaftsethik



Nützliches